Webinar-Reihe Bundesfachstelle Barrierefreiheit Teil 4: Leitfaden

Der vierte Baustein der Webinar-Reihe der Bundesfachstelle Barrierefreiheit fokussiert auf die Umsetzung von Barrierefreiheit.

Eine Gruppe von fünf bunten Vögeln im Cartoon-Stil. In der Mitte befinden sich zwei größere Vögel; der linke ist rot und gelb, der rechte ist grau und rot mit einem kleinen blauen Vogel auf dem Kopf. Zwei kleinere Vögel, einer blau und einer rot, liegen zu ihren Füßen, wobei der rote Vogel auf einer kleinen Holzstange steht.

Willkommen zu unserer neuen Blogserie, die sich intensiv mit der Webinar-Reihe zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) 2025 beschäftigt. Diese Webinar-Reihe wird von der Bundesfachstelle Barrierefreiheit veranstaltet, einer zentralen Institution in Deutschland, die sich der Förderung und Umsetzung von Barrierefreiheit in allen gesellschaftlichen Bereichen widmet.

Webinar-Baustein 4: Digitale Barrierefreiheit umsetzen

Die Digitalisierung hat unsere Gesellschaft nachhaltig verändert und dabei unzählige neue Möglichkeiten eröffnet. Doch um diesen Wandel wirklich inklusiv zu gestalten, ist eine konsequente Berücksichtigung der digitalen Barrierefreiheit unerlässlich. Hier setzt die Webinar-Reihe zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) 2025 an, insbesondere der vierte Baustein zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit.

Handout und Video

Zur Aufzeichnung des Webinars „Baustein 4: Digitale Barrierefreiheit umsetzen“ sind folgende Ressourcen verfügbar:

  • Video des Webinars: Die Aufzeichnung zum Webinar ist als Vimeo-Video verfügbar. Das Video verfügt zusätzlich über eine Darstellung in Gebärdensprache und ein Transkript. Im Video spricht Sonja Weckenmann, IAAP Web Accessibility Specialist, über die technischen Umsetzung digitaler Barrierefreiheit.
  • Handout: Das Handout zum Baustein 4: „Digitale Barrierefreiheit umsetzen“ liegt als barrierefreie PDF vor und fasst Informationen aus dem Video noch einmal knapp zusammen.

Inhalte des Webinars

Das vierte Webinar der Reihe widmet sich der praktischen Umsetzung digitaler Barrierefreiheit. Es richtet sich vor allem an Entwicklerinnen und Entwickler, die Webinhalte und digitale Dienstleistungen barrierefrei gestalten wollen.

  • Gesetze und Vorschriften: Ein Überblick über die rechtlichen Grundlagen zur digitalen Barrierefreiheit im Rahmen des BFSG.
  • Technische Anforderungen: Praktische Tipps und Anleitungen für die Implementierung barrierefreier Webinhalte.
  • Testmethoden: Einführung in die Tools und Methoden zur Überprüfung der Barrierefreiheit von Websites.
  • Best Practices: Erfolgreiche Beispiele und Lernmaterialien, die in der Praxis angewendet werden können.

Warum digitale Barrierefreiheit wichtig ist

Barrierefreiheit im digitalen Raum bedeutet, dass alle Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Behinderungen, Zugang zu Informationen und Dienstleistungen im Internet haben. Dies betrifft vor allem sehbehinderte Menschen, Menschen mit kognitiven Einschränkungen sowie Nutzer mit motorischen Schwierigkeiten. In einem digitalen Zeitalter darf niemand ausgeschlossen werden.

Das BFSG stellt sicher, dass digitale Barrierefreiheit nicht mehr nur eine Kür, sondern eine Pflicht für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wird. Ab dem 28. Juni 2025 müssen alle neuen Websites und mobilen Anwendungen barrierefrei gestaltet sein.

Umsetzung digitaler Barrierefreiheit: Ein Leitfaden aus dem Baustein 4 des BFSG-Webinars

In der heutigen digitalen Welt ist Barrierefreiheit nicht nur ein Nice-to-Have, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Um dieses Thema umfassend zu verstehen und in die Praxis umzusetzen, bietet die Webinar-Reihe zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) 2025 wertvolle Einblicke. Der vierte Baustein dieser Reihe trägt den Titel „Digitale Barrierefreiheit umsetzen“ und bietet eine tiefgehende Anleitung für die Implementierung barrierefreier digitaler Inhalte.

Einführung und Zielsetzung

Sonja Weckenmann, Expertin für digitale Barrierefreiheit bei der Dias GmbH, führt durch das Webinar. Die Dias GmbH, maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung des BIK-BITV-Tests, bietet ein Prüfverfahren, das Webseiten und native Apps auf ihre Barrierefreiheit testet. Weckenmann leitet die Teilnehmer durch die wichtigsten Prinzipien und Vorgehensweisen zur Umsetzung barrierefreier digitaler Inhalte.

Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)

Im ersten Teil des Webinars wird ein Blick auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) und die europäische Norm EN 301549 geworfen. Die WCAG sind ein internationaler Standard des W3C (World Wide Web Consortium), der minimale Kriterien für die Zugänglichkeit digitaler Inhalte festlegt. Sie sind in vier Prinzipien aufgeteilt, zu denen jeweils Guidelines und Erfolgskriterien (testbare Anforderungen) gehören. Diese Prinzipien sind:

  1. Wahrnehmbar: Inhalte müssen auf verschiedene Weisen wahrnehmbar sein, beispielsweise durch Textalternativen für Bilder, Untertitel für Videos oder Audiodeskriptionen.
  2. Bedienbar: Webseiten müssen mit unterschiedlichen Eingabemethoden navigierbar sein, z.B. über die Tastatur oder Spracherkennung.
  3. Verständlich: Inhalte und die Navigation sollten klar und verständlich sein, um Fehler bei Formulareingaben zu minimieren und die User-Experience zu verbessern.
  4. Robust: Inhalte müssen von verschiedenen Benutzeragenten und assistiven Technologien interpretiert werden können.

Jedes dieser Prinzipien wird im Webinar durch exemplarische Anforderungen und praxisnahe Erklärungen illustriert.

Technische Umsetzung und Testmethoden

Ein zentraler Bestandteil des Webinars ist die detaillierte Beschreibung technischer Anforderungen und Methoden zur Prüfung der Barrierefreiheit von Websites, die jeden Schritt klar nachvollziehbar machen. Ein Beispiel ist die Tastaturbedienbarkeit, die sicherstellt, dass alle interaktiven Elemente einer Website mit der Tastatur erreichbar sind. Ebenso wichtig ist die semantische Auszeichnung der Inhalte, um assistiven Technologien klare Informationen zu Elementen wie Schaltflächen, Links oder Formularfeldern zu liefern.

Barrierefreiheit im Design und UX

Ein oft vernachlässigter Aspekt der Barrierefreiheit beginnt bereits im Design und der User Experience (UX). Klare Strukturierungen durch Überschriftenhierarchien, ausreichend Kontraste und sinnvolle Informationsarchitekturen sind wesentliche Faktoren, die schon in der Konzeptphase berücksichtigt werden sollten.

Verknüpfung von WCAG und EN 301549

Die europäische Norm EN 301549 bezieht sich auf alle Arten von Informations- und Kommunikationstechnologien und überlappt in einem Kapitel stark mit den WCAG 2.1 Standards. Kapitel 9 der EN 301549 integriert alle Anforderungen der WCAG-Stufen A und AA und ergänzt diese mit weiteren Anforderungen, die speziell auf europäische Gesetzgebungen abzielen.

Praktische Umsetzung mit dem BIK-BITV-Test

Die Dias GmbH hat den BIK-BITV-Test entwickelt, der die WCAG-Anforderungen in praxisnahe Prüfschritte umsetzt. Diese Prüfschritte sind auf der Website bitvtest.de veröffentlicht. Hier finden Sie detaillierte Informationen zu jeder Anforderung und wie diese praktisch getestet werden können.

Fazit

Das Webinar betont, dass Barrierefreiheit nicht nur eine technische Herausforderung ist, sondern eine grundlegende Einstellung erfordert. Es ist notwendig, dass Organisationen und Entwickler sich der Barrierefreiheit von Beginn an widmen und kontinuierlich daran arbeiten, um wirklich inklusiv zu sein. Die Einbindung von Experten sowie von Menschen mit Behinderungen in Design- und Usability-Tests ist dabei unerlässlich.

Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, das vollständige Webinar anzusehen und das Handout zu studieren, um tiefere Einblicke in die praxisnahe Umsetzung digitaler Barrierefreiheit zu erhalten.

Quiz zum Webinar Baustein 4: Leitfaden

Haben Sie die Inhalte des Webinars verstehen können und fühlen sich besser vorbereitet? Dann testen Sie doch das Verständnis mit dem folgenden Quiz.

Fünf bunte Vögel stehen auf einem Skateboard. Von links nach rechts sind sie überwiegend rot, grün, blau, grau mit weißen und blauen Akzenten und grün mit etwas Orange. Das Skateboard hat ein lebendiges Design mit verschiedenen Farben und Mustern. Der Hintergrund ist beige und hat eine Papierstruktur.

Hinweis:
Unsere Quizze sind von uns mit meiro.cc erstellt und werden bei meiro.cc gehostet. Mit dem Starten des Quiz stimmen Sie einer Übermittelung von personenbezogenen Daten an den externen Dienstanbieter zu.
Im Quiz verwenden wir zumeist die direktere Ansprache mit „Du“.
Das Ergebnisse der Teilnahme am Quiz wird nicht veröffentlicht, eine Auswertung erfolgt direkt nach der letzten Frage ohne Eingabe von weiteren Daten (keine Frage nach E-Mail-Adresse oder ähnliches). Die Quizze sollen nur die Inhalte auf dieser Website unterstützen und der Selbstreflexion dienen.

Viel Spaß und Erfolg beim Quiz zur Barrierefreiheit! Lernen Sie dabei, wie Sie die digitale Welt für alle zugänglicher machen können.

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